NEWS 2008

Bestelle unseren Newsletter

Rovaniemi, Finland (30.04.08 - 29.05.08)

on May 29 2008
NEWS 2008 >>

Noch total auf den Winter eingestellt, kamen wir in unserer Ausrüstung ziemlich ins Schwitzen. Vor allem den Füssen ging es in den Winterstiefeln immer schlechter. Wir hatten eigentlich erst um Rovaniemi mit dem Frühling gerechnet. Circa 60 Kilometer südlich von Ivalo sassen wir eines Abends bei unserem Camp und schauten unsere Füsse genauer an. Ruan hatte sich schon länger beklagt, auch Tinas Füsse schmerzten zunehmend. An Ruans Füssen hätten Medizinstudenten ihre Freude gehabt... Blaue Flecken, wunde Zehen, Hühneraugen, Blasen und Rötungen. Es musste eine Lösung her und zwar sofort!

Unsere Hilfe war nur einen Anruf weit entfernt und schon am nächsten Morgen holte uns "Admiral Sandels", unser Gastgeber aus Ivalo, ab und fuhr uns zurück nach Ivalo fürs "Notfalshopping". Ausgerüstet mit neuen Schuhen und einem Paar Shorts waren wir einmal mehr bereit weiterzumarschieren. "Admiral Sandels" hatte uns an den exakten Ort, an dem wir den Tag zuvor gestoppt hatten, zurückgefahren. Von dort aus liefen wir tagsdarauf weiter.

Wenn man eine Strecke fährt, die man zuvor zu Fuss zurückgelegt hat, bemerkt man den Unterschied in der Art des Reisens. Wir kennen jede Kurve, jeden Hügel, jeden Parkplatz, sogar jeden Plasticksack am Wildtierzaun (zur Abschreckung der Rentiere), jeden Briefkasten und jeden scheinbar unwichtigen Baum, der uns als Rastplatz (oder Wetterschutz) diente oder Bäche, die uns Wasser für Tee spendeten... Es fühlte sich so an, als wüssten wir alles, wie wenn wir schon immer dort gelebt hätten.

Leider hielt das sonnige Wetter nicht lange hin - so legten wir die nächsten 200 Kilometer, nach schon wenigen Tagen, in kalten, regnerischen, windigen und winterlichen (Schnee) Konditionen zurück. Alles war nass und blieb nass. Wir liessen unsere Winterausrüstung nach dem Shopping in Ivalo und werden sie erst wieder in Helsinki in Empfang nehmen... Wenn die Zeiten etwas härter sind und dies auf die Laune schlägt, hilft es zu Singen, zu Tanzen, zu Schreien, zu Lachen oder sich Dinge vorzustellen, die man zu dem Zeitpunkt unmöglich bekommen kann. Auch wenn die Leute, die vorbeifahren, hupen, winken und das "Daumen-Hoch-Zeichen" geben, steigt die Stimmung schnell.

Seit unsere Story in der Zeitung erschienen ist, "kennt" uns jeder und wir hatten so viele interessante Gespräche mit total fremden Leuten, die wir höchstwahrscheinlich nie mehr sehen werden. Wir waren in Tankavara (einem alten Goldwäscherdorf) und bei der Chauffeuse (sie lebt mit ihrem Mann in Sodankylä)
des Bibliothekbusses, mit dem sie die Bücher bis ins hinterletzte Dörfchen Lapplands fährt, zum Übernachten eingeladen. Wir übernachteten auch einmal in "Joti`s Fonduerestaurant", bei Tinu, einem Berner (Schweizer) mit langem, dunklen, dünnen Haar, Vollbart, "praktischer" Kleidung und trockenem Humor, der gerade dabei ist, die nördlichste Lamafarm Europas aufzubauen.

Während den 3 Wochen in denen wir unterwegs waren, wurden wir von vielen Leuten kontaktiert und gebeten bei ihnen zu Übernachten, sobald wir in Rovaniemi eintreffen werden - es wurde fast schwierig die Zeit hier so zu planen, dass wir all diese Leute treffen können. Wir schafften es mit perfektem Timing auf den 20. Mai (Tinas Geburtstag), um den Santaklaus am Polarkreis zu treffen. Santa gibts wirklich und wir hatten eine gute Zeit mit ihm :-). Er wünschte uns, nachdem er von der Expedition, vom CHARGE Syndrom und von den "3 rules in life" gehört hatte, viel Glück auf unserer Expedition und gab uns seinen Segen.

Wir sind zur Zeit gerade in Rovaniemi, haben glücklicherweise genügend Übernachtungsmöglichkeiten und viel zu tun, besonders seit der administrative Teil unserer Expedition den Punkt erreicht hat, an dem wir nichts mehr auf morgen verschieben können. Wir wollten unseren Füssen eine Pause gönnen und uns etwas erholen. Aber stattdessen rannten wir hin und her um Ruans Visum zu verlängern (was mehr Zeit als erwartet benötigt) und gingen an "Geschäftssitzungen" mit lokalen, grossen und kleinen Firmen, um finanzielle Unterstützung für unser Projekt zu finden.... Das alles brauchte Zeit!

Wir werden Rovaniemi morgen Vormittag verlassen und Richtung Oulu ansetzen. Dort werden wir das Meer wieder sehen und eine neue Stadt (die Grösste bis jetzt). Ihr werdet circa Ende Juni wieder mehr von unserem Abenteuer erfahren...

KIPIS! (cheers)

Back

Menu